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Vorbereitung

Es gilt, zwischen Planung und Spontanität die richtige Mischung zu finden. Was als richtiges Mass zu beurteilen ist, das ist jedoch individuell. Die Übernachtungen wurden bei uns meistens im Verlaufe des Nachmittages spontan bestimmt. Die Streckenwahl haben wir dagegen jeweils zum Voraus festgelegt. Nicht im Detail aber in groben Zügen.

Streckenwahl / Streckenplanung

Für uns war es immer wichtig, möglichst viel auf den Fernradwegen zu pedalen. Diese Strecken führen auf verkehrsfreien oder zumindest auf verkehrsarmen Wegen. Zusätzlich gehen sie an den wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Das bedeutet auch immer wieder kleinere Umwege durch Dörfer oder über Anhöhen.

Die Planung der Streckendistanz ist abhängig von folgenden Faktoren: Gelände (Steigungen, hügelige Landschaft, etc.), Bodenbeschaffenheit (sandiger oder weicher Waldboden), Wind und Regen aber auch Beschilderung (den Weg suchen oder erfragen). In den Städten kommen die vielen Lichtampeln dazu. All diese Faktoren können dazu führen, dass man nur die Hälfte des auf der Karte geplanten Streckenabschnittes bewältigt.

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nicht immer waren die Wegweiser gut lesbar ...

Kartenmaterial, Velo-GPS

Die wohl wichtigste Erkenntnis ist, ohne gutes Kartenmaterial auf gewissen Streckenabschnitten sind die Fahrradwege nicht zu finden. Grundsätzlich sind die Velorouten recht gut beschildert. Fehlt jedoch an einer Kreuzung ein Wegweiser, gerät man schnell auf Abwege.

Die bikeline Radtourenbücher (1:75'000) mit vielen wertvollen Hinweisen zum Streckenbeschrieb sind empfehlenswert. Sobald man jedoch von der angegebenen Route abweichen will, ist eine zusätzliche Velokarte unabdingbar. Wir hatten uns für folgende Karten entschieden:

Deutschland: Die offiziellen adfc Radtourenkarten (1:150'000). In den Karten sind auch regio-nale Fahrradwege eingezeichnet.

Holland: ANWB Fiets- en Wandelroutekaart (1:300'000). Mängel: Es sind nur Ortschaften eingezeichnet, die über einen Bahnanschluss mit Veloverlad verfügen. Ferner fehlen die km-Angaben.

Dänemark: Velokarte Gesamtdänemark (1:500'000). Als Ergänzung eine detaillierte, normale Strassenkarte (1:200'000).

Schweden: Regionalkarten Süd, West und Ost (1:250'000). Nachteil: Velowege sucht man auf der Karte natürlich vergebens.

Als Ergänzung dient der Reiseführer"Cykelsparet làngs Ostkusten" mit Kartenabschnitten 1:250'000, auf denen der Cykelsparet eigezeichnet ist. Nachteile: Keine km-Angaben und Text nur in schwedisch.

Teilweise war es äusserst schwierig, das entsprechende Kartenmaterial vor Ort zu beschaffen. Es ist zweckmässig, dieses via Internet vor der Reise zu bestellen.

Das Angebot für Velo-GPS ist nach unserer Beurteilung noch zu wenig ausgereift, um gänzlich auf Karten verzichten zu können. Getestet haben wir diese elektronischen Hilfsmittel jedoch nicht.   (Achtung: Dies ist die Beurteilung im Jahre 2010; Heute ist ein Outdoor-GPS ein hilfreicher Begleiter).

Unterkünfte

Unterkünfte zu finden ist sehr unterschiedlich. Die Zeltplätze können je nach Landesgegend sehr weit auseinander liegen. In der Hauptsaison ist es in den Touristengebieten (z.B. an der Ostsee) schwierig, ein Zimmer in einer Pension oder einem Hotel zu bekommen. Für ein kleines Zelt findet sich auf den Campingplätzen oder am Rande der Campingplätze immer eine freie Ecke. Einfachere Zeltplätze oder Naturzeltplätze sind oft in den Fahrrad- und Strassenkarten nicht eingezeichnet. Auch die Campingführer sind nicht vollständig.

In Dänemark und Schweden sind auf vielen Campingplätzen Hütten, sogenannte Stugas, die gemietet werden können. Dies ist eine praktische Einrichtung, die wir zwischendurch sehr schätzten. So mussten wir bei Regen das Zelt nicht aufstellen oder konnten die nassen 7 Sachen über Nacht trocknen.

Kleider und Ausrüstung

Bei einer noch so genauen Planung: Erst unterwegs merkt man, welche Kleinigkeiten noch fehlen. Die meisten Langzeitradler die wir getroffen haben, hatten wesentlich mehr Gepäck bei sich als wir. Uns fehlte eigentlich nichts. Zwei, drei Mal wären zwei Campingstühle kein Luxus gewesen.

Beim Zelt sind wir froh, im Vorraum unsere 8 Saggochen mit den Rucksäcken verstauen zu können. Aus Sicherheitsgründen ist es zudem besser, alles im Zelt zu haben.

Bei Dauerregen lassen die atmungsaktiven Velokleider früher oder später die Nässe durch. Plastikpellerinen und -hosen sind wasserundurchlässig, dafür schwitzt man unter der "Plastikhülle" entsprechend. Bei der Tenuwahl erscheint uns das "Zwiebelsystem" nach wie vor am zweckmässigsten.

Die Erfahrung zeigt uns zudem, dass die Ausrüstungsgegenstände wohl immer leichter werden, die Dauerhaftigkeit jedoch abnimmt.

Sicherheit

Der Norden gilt nicht als sonderlich kriminell. Dennoch wurden wir mehrmals vor Banden gewarnt, die im Land herumzögen und Touristen (vor allem aber Camper) ausraubten. Die Kriminalität, so sagt man uns, komme aus dem Osten, vor allem aus den baltischen Staaten und aus Polen.

Wir haben nie ganz wild übernachtet. Einige Male neben den Campingplätzen, wenn diese voll belegt waren. Die Fahrräder haben wir an einen Baum oder Zaun angebunden, damit die abgeschlossenen Räder nicht weggetragen werden können. Bei Übernachtungen in Pensionen, Bike and Bed oder Hotels konnten wir unsere Velos immer in einer Garage oder in einem abgeschlossenen Raum abstellen. Die Saggochen haben wir jeweils zusammengebunden, damit nicht einfach ein Gepäckstück aus dem Vorzelt gezogen werden konnte.

Bei einer Stadtbesichtigung, einem Museumsbesuch während des Tages war immer die Frage: Wohin mit den voll bepackten Rädern? Den Rucksack mit Laptop, Akkus und anderen Wertsachen haben wir jeweils mitgenommen. Die Fahrräder mit dem Rest des Gepäckes aneinandergekettet . Es gab auch Möglichkeiten, wo wir jemanden in einem Laden bitten konnten, auf unsere Räder aufzupassen. Nur in der Stadt Kelheim standen abschliessbare Fahrradboxen zur Verfügung (eine geniale Idee).

Übertriebene Angst wäre sicher fehl am Platz. Zudem befanden wir uns ja nicht in Bern, der Stadt, in welcher am meisten Velos geklaut werden.