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3. Veloetappe als pdf herunterladen:

Donnerstag, 18. bis Dienstag 23. August 2011
Start zur neuen Etappe  (Text von Edi)

Wir wollen nicht jammern. Doch seit mehreren Tagen kämpfen wir mit dem hartnäckigen Gegenwind. Auf den ersten 50 km nach Dawson Creek herrscht noch starker Verkehr mit vielen Lastwagen, dann wird es wieder ruhiger.

Entlang der Strasse befinden sich grosse Felder. Das Gras ist bereits geerntet. Hunderte von gepressten Heurollen liegen links und rechts der Strasse. Vereinzelt sieht man auf den Weiden Pferde und Kühe. Der Wildnis musste hier Farmerland weichen. Doch nicht überall, ein wenig Wildnis ist geblieben. So begegnet Doris auf dem Velo am Strassenrand ihrem ersten Schwarzbären.

Staubige Baustellen  (Text von Edi)

Zwischen Dawson Creek und Chetwynd haben vor mehreren Tagen heftige Unwetter gewütet. Viele Flüsse sind über die Ufer getreten, haben ganze Strassenabschnitte unterspült und eine Brücke weggeschwemmt. Bauarbeiter sanieren mit schweren Baumaschinen die Strasse und errichten neue Verbauungen. Beeindruckend sind die vielen Baumstämme vermischt mit Geröll, welche die Wassermassen angeschwemmt haben.

Xaver und ich erreichen eine dieser Baustellen mit einspurigem Verkehr. Am Ende der Kolonne fragen wir einen Bauarbeiter, ob wir mit den Velos durchfahren können. Nein, dies sei zu gefährlich, die Räder müssten verladen werden. Er funkt nach vorne, dass zwei Velofahrer im Anrollen seien und der Pilot Car auf uns warten solle. Wir überholen auf dem Pannenstreifen die lange Wagenkolonne. Vorne angekommen wird die Ladefläche des Pilot Cars geleert, so dass unsere Räder und Saggochen darauf Platz finden. Die ganze Kolonne wartet geduldig bis unsere Räder verladen sind. Als Radfahrer wird man bei den Baustellen meistens bevorzugt behandelt (wie eine VIP). Bevor wir losfahren streckt uns eine Bauarbeiterin eine Schachtel mit grossen Mohnschnecken hin und meint: „He, ihr Biker, wollt ihr etwas Süsses?“ So geniessen wir im Wagen genüsslich die süssen, klebrigen Mohnschnecken und werden durch die staubige Baustelle chauffiert. Gefolgt von Dutzenden Lastwagen, Campern und Personenwagen.

Doch nicht immer geht es so angenehm. Tags darauf erreichen Barbara und ich nach dem Heart Lake wieder eine Baustelle. Es ist Samstag und somit besteht keine Verkehrsregelung. Also auch kein „Gratistransport mit einem Pilot Car“. Auf den ersten Kilometern ist der Teer aufgekratzt und weist Längsrillen auf. Anschliessend folgen mehrere Kilometer Schotterbelag und im letzten Abschnitt Kies mit weichem Untergrund. Mit 5 bis 7 Stundenkilometern kämpfen wir uns durch diese Baustelle, die nicht enden will.

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Wir haben das Gefühl, als würden wir auf einem Belag mit Leim fahren. Endlich, nach 18 km erreichen wir das Ende der Baustelle. Es folgen noch weitere, doch diese sind im Vergleich fast angenehm zum durchradeln.

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Chetwynd  (Text von Barbara)

Dies ist ein kleines verschlafenes Städtchen mit 3‘200 Einwohnern. Nicht erwähnenswert, würden hier nicht alljährlich internationale Meisterschaften mit Kettensägen stattfinden. Nicht Bäume werden gefällt, nein es entstehen wahre Kunstwerke aus Holz. Der Strasse entlang und in den Parks können diese Holzgebilde bestaunt werden. Kaum zu glauben, was alles mit einer eher unhandlichen Kettensäge gezaubert werden kann.

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Über die Rocky Mountains  (Text von Edi)

Mit dem Velo über die Rockys. Das tönt anstrengend. Doch der Übergang über den Pine Pass ist weniger anstrengend als viele Etappen davor. Mit nur 933 m ü M. ist dies der tiefste Passübergang über die Rockys, fast enttäuschend. Doch die Landschaft ist wunderbar. Wir befinden uns wie in den Alpen. Die höchsten Gipfel haben bereits den ersten Schnee bekommen. Es ist die raue und wilde Landschaft,  wie wir sie vom Norden hier oben kennen. Die Sonne wärmt angenehm, so dass wir im Sommertenue radeln können. Die Abfahrt geht gemächlich. Der starke Gegenwind bremst so stark, dass wir noch pedalen müssen.

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Bellende Hunde beissen nicht  (Text von Edi)

An die Bären am Strassenrand haben wir uns schon etwas gewöhnt. Hält man sich an die Sicherheitsregeln, dann sind diese Pelztiere berechenbar.

Ganz anders ist es mit den Hunden. Mehrmals sind uns Hunde auf der Strasse entgegen gerannt. Für die Autos scheinen sich diese nicht zu interessieren, jedoch für uns Radler, wir mit den strampelnden Beinen. Das weckt ihr Interesse und ihren Jagdtrieb.
Je nach Situation radeln wir weiter und bespritzen die Kläffer mit Wasser aus unseren Trinkflaschen. Das wirkt. Doch bei grösseren Exemplaren oder wenn diese zu zweit oder gar zu dritt angreifen, dann halten wir an. Nähern sich die Hunde reden wir beruhigend mit ihnen oder schreien sie an. Hören sie auf zu bellen, dann kommt uns das Sprichwort in den Sinn „Bellende Hunde beissen nicht“. Gebissen wurden wir noch nie, es ist jedoch immer unangenehm und anspannend.

Blueberries  (Text von Edi)

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Bereits verfärben sich die ersten Birken und leuchten goldgelb in der Sonne. Barbara stellt fest, dass entlang der Strasse die Heidelbeeren reif sind. Kurze Zeit später ist sie beim Beeren pflücken. Immer schön vorsichtig, denn auch die Bären lieben die Blueberries. Doris gesellt sich dazu. So sammeln unsere lieben Frauen Heidelbeeren und Xaver und ich radeln weiter südwärts.

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Plötzlich überrascht uns ein kräftiges Gewitter. It‘s raining cats and dogs. Alles hat seine positive Seite. Unsere Räder werden wieder einmal gründlich gewaschen.

In der Abendsonne erreichen wir kurz vor Prince George den RV Park. Ein feines Nachtessen wartet auf uns. Und was gibt es zum Dessert? Heidelbeeren mit Schlagrahm und das in der Ausführung XXL (die Menge und nicht die einzelnen Beeren).

Mittwoch, 24. bis Montag 29. August 2011
Mit dem Velo unterwegs auf der Autobahn 
(Text von Edi)

Auf einer vierspurigen richtungsgetrennten Strasse verlassen wir Prince George. Velos sind auf dem Pannenstreifen zugelassen. Eigentlich ungefährlich. Aufmerksamkeit ist den Ein- und Ausfahrten zu schenken. Warntafeln weisen die Velofahrer auf diese Gefahr hin. Bei den Ausfahrten wenige Meter in die Ausfahrt hineinfahren, anhalten, kontrollieren, ob Fahrbahn frei ist und im rechten Winkel die Ausfahrtspur überqueren und auf dem Pannenstreifen weiterradeln. Dies scheint ganz einfach, aber eben, bei starkem Verkehr die Augen offen halten.

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Barbara hat am Hinterreifen einen „Platten“ eingefahren. Dies ist der erste „Flat Tire“. Insgesamt sind wir Vier hier in Amerika zusammen über 8‘000 km geradelt und nur einen Plattfuss. Eine gute Bilanz. Die Mountainbike Reifen mit Stollen sind Gold wert. Es sind nicht die spitzen Steine oder die groben Schotterstrassen, welche den Reifen zusetzen. Nein, es sind die feinen Glassplitter und scharfen kleinen Metallteile. Je südlicher wir kommen, desto mehr liegen davon auf dem Pannestreifen herum, oft getarnt zwischen Sand und Steinchen.

Holz und nochmals Holz  (Text von Edi)

Es sind nicht die riesigen Wälder, die uns so sehr beeindrucken, denn von diesen bekommen wir nur einen kleinen Teil zu Gesicht. Es sind die Hunderte von Lastwagen, teils mit Doppel-Anhängern, voll beladen mit Baumstämmen, Holzpalletten oder Holzpellets. Woher kommt diese Unmenge von Holz.

Zwei Drittel von British Columbia ist mit Wald bedeckt. Dies entspricht einer Fläche von ganz Frankreich. Die Holzwirtschaft bildet einen Schwerpunkt der Exportwirtschaft. Dieses Holz muss gefällt, transportiert und teilweise auch verarbeitet werden.

In der Stadt Quesnel können wir in der „Two Mile Flat Industrial Area“ eine der weltweit grössten und technologisch fortschrittlichsten Holzverarbeitungsanlagen bestaunen. Von einer Plattform aus sehen wir die vielen Lastwagen, die anrollen und entladen werden. Hunderte von Stapeln von Holzbrettern, Berge von Holzspänen dazu viele rauchende Kamine.

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Abstecher nach Barkerville  (Text von Barbara)

Im Jahre 1862 entdeckte Billy Barker Gold am Williams Creek. Über 100‘000 Menschen strömten danach in diese Gegend auf der Suche nach dem grossen Glück. Kaum zu glauben, in der Blütezeit war Barkerville westlich von Chicago und nördlich von San Francisco die grösste Stadt. Heute besteht dieser Ort noch aus 125 historischen Gebäuden. Verschiedene Läden sowie einige Bewohner, gekleidet wie in den 30er Jahren, haben die Goldgräbermetropole zu einem kleinen historischen Städtchen wieder erweckt. Zugegeben, alles ist für die Touristen hergerichtet. Dennoch fühlt man sich um Jahre zurück versetzt. Eine tolle Abwechslung zum Radfahren.

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Samstag, 27. bis Montag, 5. September 2011
Wieder auf einer ruhigen Strasse (Text Barbara)

Bei 100 Mile House verlassen wir den legendären Cariboo Trail. Auf dieser Strasse sind vor über 150 Jahren über hunderttausend Menschen auf der Suche nach Glück und Gold Richtung Barkerville gezogen. Heute ist die BC 97 South eine stark befahrene Strecke mit drei bis vier Fahrspuren. Wie angenehm ist es nun auf der BC 24 West radeln zu können. Diese schlängelt sich um die vielen Hügel mit ruhigen Streckenabschnitten. Dafür fehlt aber meistens der Pannenstreifen.

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Wiedersehen nach fast 35 Jahren  (Text von Doris)

Schon als kleiner Bub träumte mein Cousin Marco von einem Leben im fernen Kanada.
Bis zur Auswanderung sollten aber noch viele Jahre vergehen. Als Fussballer und Trainer, später als Geschäftsinhaber einer Versicherungs- und Treuhandfirma, lebte er mit seiner Frau Madeleine und den Töchtern Manuela und Melanie in der Innerschweiz. Während vieler Reisen durch Kanada lernten Madeleine und Marco dieses Land kennen und lieben.

Vor 7 Jahren war es endlich soweit. Der Schritt zur Auswanderung wurde gewagt und der Traum Wirklichkeit. Marco und Madeleine kauften das Loon Bay Resort in British Columbia. Der Campingplatz mit über 650m Seeanstoss liegt am Sheridan Lake und zieht während der Sommermonate viele Gäste aus dem In-und Ausland an. An lauen Sommerabenden finden bei der Feuerstelle sogar kleine Konzerte statt. Marco spielt hervorragend Gitarre, Mundharmonika und singt Country- und Rock Songs. Es gibt sogar eine CD von ihm! Ihre Tochter Manuela und Ehemann Martin entschlossen sich gleichzeitig zur Auswanderung. Sie haben mittlerweile ein Töchterchen. Vanessa geht bereits mit dem Schulbus zur nahegelegenen Schule.

Nun führen sie erfolgreich zu Viert mit viel Engagement und Liebe diesen wunderschönen Campground in der  Wildnis von Kanada.
Wir verbrachten zwei geruhsame Tage im Loon Bay Resort. Nebst vielen Tipps von Marco bekamen wir auch lustige und „gfürchige“ Geschichten zu hören, wie über den nächtlichen Schwarzbärenbesuch vor drei Wochen.

Es freut mich zu sehen, dass Marco in Kanada eine zweite Heimat gefunden hat und zufrieden und glücklich ist.

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Doris, Marco und Madeleine

Eine der längsten Abfahrten …    (Text von Edi)

Auf der BC 24 West geht‘s weiter. Viele Reklameschilder von Lodges und Restaurants mit kanadischen und Schweizerfahnen säumen die Strasse. Auch deutsche und italienische Hinweise zeugen von den vielen Europäern, die sich hier in den letzten Jahren niedergelassen haben.

Die Strecke ist sehr hügelig, mehrheitlich geht’s bergauf. Endlich erreichen wir den McDonald Summit mit einer Höhe von 1‘311 Metern.

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Noch weiss Barbara nicht, dass es nun über 900 Meter steil bergab geht. Eine tolle Schussfahrt, bei der man es so richtig sausen lassen kann. Für Lastwagen mit Bremsproblemen gibt es sogar verschiedene „Runaway Lines“, d.h. steil den Hang hinauf gebaute Ausfahrten.

Abstecher in den Wells Gray Provincial Park 
(Text von Edi)

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In der Nähe von Clearwater am Raft River können wir von einer Plattform aus Lachse (Sockeye) beim Laichen beobachten. Es sind nicht Hunderte doch etwa zwei drei Dutzend.

Die Nacht verbringen wir auf dem Helmcken Campground, eingangs Wells Gray Provincial Park. Den ganzen Tag freuten wir uns auf das geplante Fondue am Abend. Alles ist draussen aufgetischt, plötzlich fegt ein heftiges Gewitter über das Tal. Wir flüchten in den Schelter des Campgroundes (ein Unterstand mit festem Dach, Bänken und zwei grossen Holzöfen). Es donnert und blitzt und giesst wie aus Kübeln. Wir geniessen am Trockenen das Fondue mit einem Schluck Rotwein. Das Stromnetz ist ausgefallen. Kerzen und unsere Taschenlampen geben die notwendige Beleuchtung. Miriam und Nancy, zwei Studentinnen aus Bern gesellen sich zu uns. Später kommen noch Bernhard und Monika aus Belp. So verbringen wir unter einem Dach den Gewitterabend. Erzählen unsere Reiseerlebnisse, trinken Tee, Kaffee, Bier und am Schluss noch einen Whisky. Einmal mehr zufällige, spontane Begegnungen, die zu einem abwechslungsreichen Abend führen.

Am kommenden Morgen besuchen wir die Wasserfälle bei Bailey‘s Chute. Wir hoffen, dort springende Lachse anzutreffen. Doch leider sehen wir keine. Auf einem Rundgang marschieren wir durch den feuchten Wald. Viele Pilze, Moos, Hunderte von Bäumen liegen herum und vermodern langsam. Eine erholsame Tour. Plötzlich entdecken wir kleine Frösche. Zuerst nur vereinzelte. Kurze Zeit später sind es Dutzende. Immer schön vorsichtig, damit wir auf keinen dieser kleinen Hüpfer treten. Es werden immer mehr.

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Dann sind wir inmitten von Hunderten von kleinen Fröschen. Links und rechts, auf dem Weg und es nimmt kein Ende Ein beeindruckendes Erlebnis. Bege- gnet sind wir niemandem, zu abgelegen ist anscheinend der ganze Trail.

Danach besichtigen wir noch die Helmcken Wasserfälle. Diese sollen zweieinhalb Mal höher als die Niagarafälle sein, allerdings nicht so breit. Auf der Rückfahrt statten wir dem Raft River nochmals einen Besuch ab. Wir bekommen erneut einige Dutzend der roten Lachse zu Gesicht.

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Sonntag, 4. September 2011: 
Dies ist nicht unser Tag (Text von Edi)

Ich will nicht sagen, dass Xaver mit dem Kopf durch die Wand geht, doch für einmal durch eine Scheibe. In einem Kaufhaus verfehlt Xaver die Ausgangstüre und prallt gegen die grosse Scheibe neben der Tür. Er geht nicht K.O., doch er wird angezählt.

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Die Scheibe sieht aus wie ein grosses Spinnennetz. Einige Scherben liegen verstreut am Boden. Nun steht fest, nicht nur ein „Bernergrind“ ist nicht aus Plastik, auch ein „Zürchergrind“ kann einiges aushalten. Chapeau!

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Nach dem Zusammenstoss mit der Scheibe benötigt Xaver Bier und Eis zum Kühlen!

Doch dies ist nicht das einzige Missgeschick am heutigen Tag:

Am Morgen starten Barbara und ich vom Campground am North Thomson River. Kamloops liegt in einem Talkessel. Bereits nach wenigen Metern geht es steil bergauf. Nach 270 Höhenmetern sind wir fast auf der Anhöhe, da dreht mein Rad im Leerlauf. Die Analyse bestätigt die Befürchtung: Ein Nabenbruch. Wegen des Labor Day Feiertages sind die meisten Läden bis Dienstag geschlossen. In einem Einkaufszentrum finde ich dennoch einen Veloladen, der offen hat. Die Nabe können sie nicht ersetzen, auch ein Ersatzrad haben sie nicht. In der Werkstatt sehe ich jedoch ein altes Hinterrad von einem Bike. Ich frage, ob ich dieses nicht kaufen könne. Die Verkäuferin meint, dies sei zur Entsorgung und sie könne mir keinen Support bieten. Ich insistiere und wir werden uns handelseinig. Nun radle ich mit einem alten, rostigen Hinterrad weiter, mit einigen Gängen weniger. Dieses Hinterrad muss nun einige Tage halten, bis ich eine Möglichkeit haben werde, es zu ersetzen.

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Blick auf Kamloops (kurz vor Totalschaden Hinterrad Edi)

Die Missgeschicke gehen weiter. Eine Wespe sticht Barbara in den Arm. Dennoch radelt sie weiter. Ein falscher Entscheid. Der Arm schwillt an. Zu allem Überfluss noch ein zweiter Wespenstich in den Mittelfinger. Nun liegt Barbara mit kühlenden Essigumschlägen auf dem Bett. Eines ist klar. Morgen bleiben die Stahlrösser im Stall, genauer gesagt auf dem Veloaufhänger des Campers.

Die Strecke auf der „BC 5A South“ geniessen wir dennoch. Die Gegend mit den ausgetrockneten Feldern und den teils kahlen Hügeln erinnert uns an den Wüstenstaat Arizona. Vielleicht ist es gerade dieser krasse Wandel der Landschaft, der uns so sehr fasziniert. Stahlblauer Himmel!

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Ein heisser Gegenwind bläst uns kräftig ins Gesicht. Wir kommen nur langsam voran, sehr langsam. Die Sonne steht immer tiefer und verschwindet hinter den Bergen. Da wir entschieden haben, keine Nachtvelofahrten mehr zu machen, verladen wir für die letzten 30 km unsere Räder und erreichen so in der Dämmerung das Westernstädtchen Merritt.

Hier in Merritt ist die dritte Veloetappe zu Ende. Auch wenn der Etappenabschluss nicht so harmonisch endet, lautet das Gesamturteil gleichwohl: „Eine Superstrecke mit vielen positiven Überraschungen“.

Montag, 5. September 2011  (Text von Edi)

Mit dem Camper  fahren wir nach Princeton. Hier werden wir morgen unsere Tour auf dem Kettle Railway starten. Diese Strecke ist ein Teil des Trans Canada Trail. Mehrere Stunden benötigen wir, um alles zu packen. Zelt, Schlafsäcke, Kochgeschirr und Lebensmittel für mehrere Tage. Als alles in den Saggochen und den grossen Ortliebsäcken verstaut ist, erschrecken wir selber ab all diesem Gepäck. Nun wollen wir einmal sehen, wie weit wir auf dem zum Teil sandigen und mit Schottersteinen versehenen Trail vorwärts kommen.

Mehr dann in etwa 10 Tagen …

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Kurz vor der Dunkelheit sind die Taschen endlich gepackt!