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(Informationen aus “the Trail of ’42 – History of the Alaska Highway by Stan Cohen”)

Die genaue Bezeichnung des Alaska Highways lautet  Alaska-Canadian Highway, abgekürzt Alcan-Hwy.

Geburtsstunde des ALCAN Hwy

Die Story des ALCAN Hwy begann weit weg von Alaska in Hawaii mit der Bombardierung von Pearl Harbor im Dezember 1949. Dieses Ereignis zeigte den Amerikanern die Verletzbarkeit ihrer Westküste und besonders Alaskas auf. Zudem befürchtete Amerika eine Invasion der Japaner in Alaska um so mehr, da dieser Staat näher bei Japan als bei den anderen US-Staaten liegt. Als Transportweg für die US-Truppen und für Kriegsmaterial in das abgelegene Alaska ist eine direkte Landverbindung unabdingbar.

Als Geburtsstunde des ALCAN Hwy gilt der 9. März 1942. Im Juni 1942 drangen Japaner bis nach Attu und Kiska auf den Aleuteninseln vor. Der ALCAN Hwy bekam dadurch eine noch höhere Dringlichkeit.

Von der Planung zur Realisierung

Drei Varianten der Strassenführung standen zur Diskussion. Die Amerikaner favorisierten die Variante A, welche in Prince George gestartet wäre und im Endausbau Seattle mit Alaska verbunden hätte. Wegen der Verletzbarkeit des Highways vom Meer her und den topografisch äusserst schwierigen Bedingungen wurde diese Variante verworfen. Kanada bevorzugte die Variante B. Start ebenfalls in Prince George mit der Führung den Rocky Mountains entlang. Da der logistische Support mit Flugplätzen, Zugs- und Schiffsverbindungen fehlte, wurde auch diese Variante verworfen.

So hat sich die Variante C, die Prärieroute, von Dawson Creek via Watson Lake und Whitehorse nach Delta Junction durchgesetzt.

Finanziert und gebaut wurde der ALCAN durch die US Army im Einverständnis und mit Unterstützung der Kanadier. Nach Kriegsende ging der ALCAN Hwy in die Verantwortung von Kanada über.

Die logistische Herausforderung

Es gab nur wenige Informationen über die unbekannte Gegend. Zu Fuss und aus der Luft wurde die Linienführung der Variante C festgelegt.11'000 US-Soldaten, unterstützt durch 16‘000 zivile Landarbeiter, erbauten die Strasse in einer Rekordzeit von nur 8 Monaten und 12 Tagen. Über 7‘000 Baugeräte, wie Bagger, Lastwagen, Krane, etc. wurden eingesetzt. 
Noch heute wird dieses Bauwerk als eine Meisterleistung betrachtet. Die Bedingungen für den Bau der Schotterpiste waren äusserst schlecht. Permafrost, Wasser, Urwald, Sumpf und hohe Gebirgsketten mussten überwunden werden. Mehr als 8‘000 Flüsse und Bäche mussten zudem überquert werden.

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Der ALCAN Hwy in steter Wandlung

Die 1942 fertig gestellte Strasse war ursprünglich rund 2'770 km lang, im Jahre 1946 mass die Länge noch 2‘288 km (1‘422 Meilen).

In den Anfängen diente der ALCAN Hwy als Verbindungsstrasse für Militärfahrzeuge. Ein normaler Personenwagen konnte die Strasse nicht befahren. Der ALCAN Hwy wurde laufend ausgebaut. Brücken wurden verstärkt, sumpfige Streckenabschnitte trocken gelegt und Begradigungen vorgenommen. Seit einigen Jahren ist der ganze ALCAN Hwy nun geteert. Die grösseren und kleineren Frostschäden zeugen aber heute noch von den rauhen Witterungsbedingungen.

Durch neue Linienführung und Begradigungen wird die Strasse immer kürzer, jedoch nicht immer neu vermessen. So findet man die Distanzangaben mit „Historic Miles“  und mit den neuen Milestones bzw. Km-Markierungen jeweils mit unterschiedlichen Angaben (Differenz je nach Standort bis zu 80 km).

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Heritage Museum in Fort Nelson (bei Mile 300)

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betreut und lebt für das Museum

Doch nicht nur die Strasse wandelt sich. Auch die vielen Raststätten und Tankstellen verändern sich. Durch den Ausbau kann die Strasse immer rascher befahren werden. Viele der Raststätten haben ihre Existenz dadurch verloren. So treffen wir immer wieder Motels, Restaurants und Tankstellen sowie Campingplätze an, die geschlossen sind. Einige sind halb zerfallen, andere noch in gutem Zustand. Zudem treffen wir viele Gebäude mit einem Schild an:  „Zu verkaufen“. Interessant ist jedoch, dass die Strassentafeln mit den Hinweisen „in 2 km Tankstelle mit Motel und Campingplatz“ nicht entfernt werden. In den Reiseführern und Tourist-Informationsbroschüren (the Milepost, Karten, etc.) sind diese Raststätten ebenfalls noch aufgeführt,obschon teilweise seit Jahren bereits geschlossen.

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Trotz dem Wandel hat der ALCAN Hwy seinen Reiz nicht verloren. Besonders für all jene, die sich die Zeit nehmen können, die historischen Plätze entlang der Strasse zu besuchen. Besonders aber für jene, welche diese Strecke mit dem Velo abradeln, und deren gibt es mehr als man glaubt.