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Natürlich hoffen wir sehr, Bären zu sehen!

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..dies bedeutet aber auch, dass wir uns über sie informieren müssen. Wie verhalten wir uns bei einer plötzlichen Begegnung? Wie beim Campieren, beim Wandern oder aber beim Radfahren? Sind Bären überhaupt gefährlich?


Ganz wichtig ist, dass ein Bär nie an Abfälle oder Esswaren kommt! Nahrungsmittel sind in luftdichten Behältern aufzubewahren. Können  Abfälle nicht auf Campingplätzen in bärensicheren Abfallcontainern entsorgt werden, sind diese zu verbrennen. Auf Campingplätzen stehen vielerorts abschliessbare „Esswarenkäfige“ zur Verfügung. Im Wohnmobil sind duftende Esswaren im Kühlschrank relativ sicher aufbewahrt. Beim Kochen und Essen dürfen die Hände nicht an den Kleidern abgewischt werden. Auf stark duftende Seifen oder Kosmetika ist zu verzichten.

Bevorzugt wandert man in offenem Gelände. Fährten, Kot, aufgewühlte Erde sowie Kratzspuren an den Bäumen weisen auf die Anwesenheit von Bären hin. Von Aas muss man sich unbedingt  fernhalten, der Bär liegt sicher irgendwo im Gebüsch und verteidigt seine Mahlzeit gnadenlos. Da Bären es überhaupt nicht lieben überrascht zu werden, verursacht man am besten immer etwas Lärm. An unübersichtlichen Stellen erweisen Lufthörner einen guten Dienst. Da wir mit dem Fahrrad relativ leise und meistens schnell unterwegs sein werden, haben wir solche Lufthörner an unseren Fahrrädern montiert. Zusätzliche Sicherheit kann erreicht werden, wenn man in Gruppen, mindestens jedoch zu Zweit unterwegs ist. Bei Dämmerung oder in der Nacht sind Spaziergänge in der Wildnis gefährlich. In den Bärengebieten wird ein Pfefferspray, am Gurt oder Fahrrad montiert, zu unserer täglichen  Ausrüstung gehören.

Bären ziehen sich normalerweise zurück, sobald sie einen Menschen wittern, noch bevor man sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Zudem verlaufen 90% aller Begegnungen völlig problemlos. Auch wenn ein Bär angreift, handelt es sich meistens nur um einen Scheinangriff. Bären sind Individualisten, die zwar ein bestimmtes Verhaltensmuster haben, aber in identischen Situationen unterschiedlich reagieren können. Das richtige Verhalten ist von der Art des Bären, seiner Verfassung und der gesamten Situation abhängig. Handelt es sich um einen Schwarzbären, einen Braunbären, einen Halbwüchsigen, ein Muttertier mit Jungen oder einen alten Bären? Wie nahe befindet  man sich schon beim Bären, hat er einem überhaupt schon bemerkt? Wirkt er unruhig oder frisst er ruhig weiter?

Wir freuen uns auf Erlebnisse mit den Bären Nordamerikas! Es sind beeindruckende, liebenswerte und meist friedliche Tiere, die ein gut organisiertes Sozialleben haben.
Es gibt viele gute Ratschläge, wie man sich bei einer Begegnung mit einem Bären verhalten sollte. Eines ist sicher – die Bären verdienen unseren grössten Respekt!

Schwarzbär  (Ursus americanus)

Er ist der kleinste, aber am weitesten verbreitete  Bär Nordamerikas.
Er misst von der Schnauze bis zum Schwanz 1,2 bis 1,9 m und wiegt 90 bis 250 kg. Grösse und Gewicht sind abhängig vom Nahrungsangebot des Lebensraumes.

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Männchen sind gewöhnlich rund 1/3 grösser als die Weibchen. Die lange Schnauze bildet mit der Stirn eine Linie, der Schulterhöcker  fehlt und die Ohren sind relativ gross und länglich. Er gilt als intelligent, hat einen exzellenten Ge- ruchsinn und ein gutes Hörvermögen. Seine Augen sind gut, spielen jedoch eher eine untergeordnete  Rolle.

Die  Fellfarbe der Schwarzbären reicht von schwarz über zimtfarben, beige, rotbraun bis weiss oder sogar silberblau. Oft hat er einen hellen Fleck auf der Brust. Die weissen Schwarzbären, auch Kermode- oder Geisterbären genannt, leben nur in wenigen isolierten Gebieten der Küste von British Columbia, Kanada, die blauen Gletscherbären nur im Gebiet der Gletscherberge der Saint Ellias Bergkette im Südosten Alaskas.

Die Krallen der Schwarzbären sind kurz und dunkel gefärbt. Sie ermöglichen ihm auch im Erwachsenenalter bei Gefahr rasch auf Bäume zu klettern.

Der Schwarzbär bewohnt einen Grossteil der bewaldeten Regionen im Norden, von der Baumgrenze der Arktis, nach Süden über weite Teile der USA und die bewaldeten Berge der Sierra Madre bis nach Mexico. Von Osten nach Westen reicht sein Verbreitungsgebiet von Neufundland bis zu den Queen Charlotte Islands von British Columbia. Er bevorzugt Wälder, die mit offenen Flächen durchsetzt sind und beerentragende Büsche und andere Nahrungsquellen bieten. Am häufigsten kommt er in den gemischten Laubwäldern des Ostens und in den weiten Nadelwäldern am Rand der nordwestlichen Pazifikküste vor.

Er ist ein Allesfresser, ernährt sich aber zu 80% vegetarisch. Zu seiner Nahrung gehören Beeren, Obst, Gras, Pflanzen, Pilze, Honig, Kräuter, Nüsse, jedoch auch Insekten, Fische, Larven, Kleinnager, Aas und in Alaska bei Gelegenheit auch junge Elchkälber.

Der Schwarzbär ist ein Einzelgänger. Während der Paarungszeit (Mai bis Juni) wird das Weibchen während 2-3 Wochen regelmässig von einem Männchen besucht. Die Einnistung findet  nach einer Keimruhe, jedoch nur bei  genügend Fettreserven, im Oktober statt. Noch während der Winterruhe (ca. 7 Monate) werden im Januar/Februar die Jungen geboren (meistens 2, seltener 1 oder 3). Die Wurfhöhle verlassen sie je nach Witterung und Region im April/Mai. Sie bleiben ca. 1 ½ bis 2 Jahren bei der Mutter.

Braunbär (Ursus arctos) und  Grizzly (Ursus arctos horribilis)

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Der Kopf des Braunbären ist breit und massig, die Schnauze kurz und deutlich von der Stirn abgesetzt. Die Ohren sind rund und relativ klein. Er hat einen ausgeprägten Schulterbuckel und misst von der Schnauze bis zum Schwanz bis 2.3 m und wiegt um die 300 kg. Die Weibchen sind kleiner und leichter.

Der Braunbär ist intelligent, hat einen scharfen Geruchsinn, ein feines Gehör und gute Augen. Seine Krallen sind hell gefärbt, sehr lange und eignen sich vorzüglich zum Graben. Die Fellfarben variieren von schokoladenbraun über blond bis graubraun. Leben sie im Landesinnern und schimmern die Haarspitzen deutlich silbern, nennt man sie Grizzlys (Unterart des Braunbären). Viele Amerikaner nennen aber auch jeden Braunbären, den sie sehen, Grizzly.

Der Lebensraum des Braunbären reicht von Alaska, westlicher Teil Nordamerikas bis nach Wyoming (USA). 90% von ihnen jedoch leben in Alaska, dem Yukon Territory, den Rocky Mountains von Alberta und British Columbia sowie den Northwest Territories. Im Innern der USA gibt es nur noch wenige Braunbären.
Er lebt in offenen Landschaften in Gebirgsregionen, aber auch entlang Küsten und Flüssen, wo er sich hauptsächlich von Lachsen ernährt oder nach Muscheln gräbt.
Die Nahrung ist zu 80% vegetarisch. Er ernährt sich von Gras, Pflanzen, Beeren, Pilzen, Wurzeln, Insekten, Fischen, Larven, Kleinnagern, Aas, Elchkälbern, Hirschen oder Karibus. Bei Gelegenheit schlägt er auch ausgewachsene Tiere.

Der Braunbär ist Einzelgänger. Nur während der Paarungszeit im Juni/Juli trifft man ihn während ca. 3 Wochen paarweise an. Wenn das Weibchen genügend Fettreserven hat, nistet sich das Ei nach einer Keimruhe im Oktober ein und die Jungen kommen im Januar/Februar während der Winterruhe (ca. 7 Monate lang) zur Welt. Die Wurfhöhle verlassen sie je nach Witterung und Region im April/Mai.
Die Jungen bleiben ca. 1 ½ bis 2 Jahre bei der Mutter.

Kodiakbär (Ursus arctos middendorffi)

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Der Kodiakbär ist eine weitere Unterart des Braunbären. Er ist der grösste Braunbär und  bringt es  bis zu 3 m Körperlänge und wiegt bis zu  600 kg.
Sein Vorkommen beschränkt sich auf die Kodiak Insel, sowie die Insel Afognak und Shuyak auf dem Kodiak Archipel in Alaska.

Polarbär (Ursus maritimus)

Dieser Bär wird uns mit Sicherheit nicht begegnen:

Der Lebensraum des Polarbärs ist die Arktis.
Er wiegt bis zu 550 kg und misst bis 3,5 m Länge.

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Sein Fell variiert von rein weiss bis gelblich. Sie sind sehr gute und ausdauernde Schwimmer. Die  Vordertatzen sind grösser als die Hintertatzen und mit Schwimmhäuten versehen. Die Ohren sind klein und mit dichtem Fell geschützt. Er ist intelligent und der Geruchssinn ist hoch entwickelt.

Er ist fast ausschliesslich Fleischfresser. Seine Nahrung besteht aus Meeressäugern, wie Ringelrobben, Bartrobben und Walrosse. Wenn die Eisschmelze ihn im Sommer aufs Festland treibt, frisst er Vogelküken, Nagetiere, Rentiere und Vogeleier sowie auch Pflanzen und Beeren.

Der Polarbär ist Einzelgänger. Nur während der Paarungszeit (Ende März bis Mitte Juli) kann man die Weibchen zusammen mit mehreren um die Gunst wetteifernden Männchen beobachten. In der Regel legen nur die tragenden Weibchen eine längere Winterruhe ein, während der auch die Jungen zur Welt kommen (meistens 2, selten 1 oder 3). Die anderen Polarbären bleiben in reduzierter Form aktiv (walking hibernation). Ungefähr im April verlassen die Muttertiere mit ihren Jungen die Geburtshöhle. Die Bärenjungen überwintern noch 1 bis 2 Mal mit ihrer Mutter zusammen.