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Die 1287 km lange Trans-Alaska-Pipeline ist eine der längsten Pipeline weltweit. Sie führt von Prudhoe Bay im Norden von Alaska zum eisfreien Hafen Valdez am Prince William Sound im Süden. Sie durchquert Tundra, Wälder, 3 Gebirgszüge und unzählige Flüsse und Ströme.

1968 wurde in Prudhoe Bay Öl entdeckt. 1975 begann man mit dem Bau der Pipeline und bereits am 1. August 1977 verliess der erste Tanker den Hafen von Valdez.

8 Milliarden Dollar kostete das Bauwerk und war damit das grösste privat finanzierte Industriebauwerk der USA. Bis zu 21 000 Menschen arbeiteten in der Hochbauphase an diesem Meisterwerk.

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Der Bau der Pipeline barg einige besondere Herausforderungen. So zwang der Permafrostboden die Konstrukteure dazu, die Pipeline fast über die Hälfte der Länge auf Stelzen zu bauen. Dies wurde nötig, da die Pipeline sonst durch den Temperaturunterschied zwischen dem Erdöl und der Umgebung das Eis geschmolzen hätte und darin versunken wäre. Bei der Konstruktion wurden auch allfällige Erdverschiebungen bei Erdbeben einbezogen (Zick-Zack-Spur, spez. „Schuhe“ an den Stützstreben). Die Pipeline musste aber auch gegen die immer wieder auftretenden grossen Waldbrände geschützt werden (Rohrisolation, Waldrodungen entlang der Pipeline).

17% des amerikanischen Öls  wird in der Prudhoe Bay gefördert.
Jeden Tag werden zur Zeit 110 Mio Liter durch die Pipeline, deren Durchmesser 1.22 m beträgt, nach Valdez gepumpt . Das Öl fliesst mit ca. 6 km/h. Nach ca. 14 Tagen erreicht es den Endpunkt der Pipeline. Über 30° Wärme verliert das Rohöl auf dem langen Transport (44° bei der Einspeisung, 14° beim Einlad in die Tankschiffe).

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Die Rohrleitung wird mehrmals täglich inspiziert, was meist per Helikopter aus der Luft geschieht. Eine weitere Kontrollmethode sind spezielle Messgeräte, sog. Molche, die in regelmäßigen Abständen durch die Leitung geschickt werden. Manche davon werden benutzt, um Paraffinablagerungen im Innern der Rohrleitung zu entfernen, während andere über eine komplexe Elektronik verfügen, die während des Flusses im Rohöl genaue Messwerte über dessen Zusammensetzung ermitteln können.

Immer wieder werden Lecks entdeckt. Im Mai 2010 sind ca. 500 000 l ausgetreten. Auch am 12. Januar 2011 musste die Pipeline vorübergehend geschlossen werden, was den Ölpreis steigen liess.

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Aufhängekonstruktion

Molch (siehe Text oben)

 

Technische Daten:
Bauzeit:  April 1974 – Juni 1977
Rohrdurchmesser:   aussen 1,22 m
Wanddicke:  1,17-1,43 cm
Dicke Rohrisolation:  9,5 cm
Aufstützpunkte:  78 000
Durchflussleistung: 110 Mio l/Tag zur Zeit 80'000 l/Min.
Durchflussgeschwindigkeit:  6 km/h
Durchflusszeit: 12-14 Tage
Temperatur des Rohöls:  44° C (Einspeisung), 14° C (Auslass)