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Vorbemerkungen / Streckenabschnitt

Die Ausführungen sind sicher nicht vollständig und aus unserer persönlichen Sicht.

Die nachstehenden Informationen beziehen sich auf unsere Erfahrungen und Erkenntnisse auf folgenden Streckenabschnitten bzw. Fernradwegen:

a)  Danzig via Malbork bis Elblag (eigene Streckenführung)
b)  Elblag bis Saulkrasti auf dem Europaradweg R1
c)  Saulkrasti bis Jöhvi auf dem Ostseeküstenradweg (in Estland Radweg 10)
d)  Jöhvi bis St. Petersburg auf dem Europaradweg R1

Die Radwege überlappen sich auf gewissen Streckenabschnitten, so z.B. der Europaradweg R1 mit dem Ostseeküstenradweg.

Informationsbeschaffung

Nebst dem Internet sind es die Fahrradbücher und das Kartenmaterial.

Fahrradbücher

Von Westestland haben wir in einem Touristenbüro ein laminiertes Velobuch mit vielen Reiseinformationen erhalten.

Europaradweg R1 Teil 1 und Teil 2 von Detlef Kaden.
Mit Karten und eingezeichneter Streckenführung und Detailplänen von gewissen Städten. Sehenswürdigkeiten sowie Übernachtungsmöglichkeiten.

bike line Radtourenbuch „Ostseeküste Baltikum“, Verlag Esterbauer
Mit Karten und eingezeichneter Routenführung und Alternativrouten sowie Detailplänen von gewissen Städten. Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten.

Baltikum per Rad von Michael Moll, Verlag Wolfgang Kettler
Nebst dem Streckenbeschrieb mit Informationen über Land und Leute enthält das Buch viele allgemeine Reiseinformationen. Kartenskizzen jedoch sehr rudimentär.

Kartenmaterial

Strassenkarte Polen vom Höfer Verlag 1:200‘000 Abschnitt Danzig – Elbing bis Grenze Kaliningrader Gebiet.

Strassenkarte ADAC Baltikum 1:550‘000 mit Estland, Lettland, Litauen und dem russischen Kaliningrader Gebiet sowie der Strecke bis St. Petersburg.

Estland Velokarte 1:410‘000. In dieser sind die nationalen und regionalen Velostrecken eingezeichnet und mit Kilometerangaben ergänzt. Natürlich führen diese teils auch auf Haupt- bzw. autobahnähnlichen Strassen. Doch dies ist die Ausnahme. In der Karte sind alle Sehenswürdigkeiten, und es sind Hunderte, mit einer Telefon-Nummer versehen. Die ersten vier Ziffern sind fix. Eine Nummer für estnisch und eine für englisch. Die vier letzten Ziffern sind für die entsprechende Sehenswürdigkeit. Ohne Vorwahl, d.h. ohne über die Schweiz kehren zu müssen, können wir bei Bedarf diese Informationen abrufen, sei es auf einer Klippe oder vor einem Kloster. Diese Dienstleistung finden wir einmalig, dennoch haben wir sie nur wenige Male benutzt, denn wir sind nicht sicher, was uns Ausländer diese Dienstleistung kosten wird.

GPS ja oder nein?

Auf unser Outdoor-GPS möchten wir inskünftig auf keinen Fall mehr verzichten. Mehr Infos dazu siehe: Erfahrungen mit Outdoor-GPS

Beschilderung und vorhandene Fahrradwege

Die Länder Polen, Kaliningrader Gebiet, Litauen, Lettland und Russland kennen mit wenigen Ausnahmen keine Velowegweiser. Auch Velowege sind eher selten anzutreffen. Dennoch gibt es vereinzelt Streckenabschnitte mit meistens ganz neu erstellten Velowegen.

Estland als Velofahrerparadies:

Estland als das fortschrittlichste Veloland der baltischen Staaten hat ein national gut ausgeschildertes Velonetz.
Durch die meisten Städte und durch viele Dörfer gibt es einen von der Strasse getrennten Veloweg. Viele neue Velostrecken wurden erst kürzlich erstellt oder befinden sich gerade im Bau.
Durch die meisten Städte und durch viele Dörfer gibt es einen von der Strasse getrennten Veloweg. Viele neue Velostrecken wurden erst kürzlich erstellt oder befinden sich gerade im Bau.

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vorbildliche Beschilderung in Estland

Übernachtungsmöglichkeiten

Mit dem Zelt auf dem Gepäckträger ist es nie ein Problem, eine Unterkunft zu finden. In der Hochsaison, wenn alle Betten belegt sind, findet man mit einem kleinen Zelt immer einen Unterschlupf auf einem Zeltplatz oder bei einem Bauernbetrieb.

In den baltischen Staaten und in Russland ist es gestattet, wild zu zelten. Voraussetzung: es muss abseits von Ortschaften sein. Doch diese Form von Übernachtung suchen wir nicht. Aus reiner Neugierde haben wir auf der Strecke zwischen Ivangorod und St. Petersburg überlegt, wo man wild zelten könnte. Dies scheint nicht immer einfach. Entlang der Strasse hat es oft Wassergräben zum Teil mit angrenzenden Sumpfgebieten. Der Wald ist meist mit Gestrüpp und Sträuchern überwuchert. Wir sind froh, diese Option nie ausüben zu müssen.

In den Fahrradbüchern, auf den Karten und den Prospekten der Reisebüros sind nie alle Übernachtungsmöglichkeiten aufgeführt. Dagegen sind zwischendurch Hotels in den Unterlagen aufgeführt, die es nicht mehr gibt.

Online gebuchte Übernachtungen bei Pensionen, B&B, Agrotourisme und Hotels

Mit einem Smartphone kann man via booking.com (ist wesentlich besser als hotel.com) kurzfristig überprüfen, welche Unterkünfte noch über freie Betten verfügen. Die Bewertung vermittelt die Qualität der Unterkunft. Wir sind erstaunt, wie oft die Beurteilung früherer Gäste mit unseren Empfindungen übereinstimmte. Meistens sind die Preise wesentlich günstiger, als wenn wir direkt telefonisch beim Hotel buchten.

Was war das Gefährlichste auf unserer Reise?

Es sind sicher die Strassen, da bleibt immer ein Restrisiko. Wir sind überzeugt, dass es auf den baltischen Strassen nicht gefährlicher ist, als auf französischen. Zudem gibt es überall ein Restrisiko. Wir sind mit Leuchtwesten, Rückspiegel und Abstandshalter unterwegs. So sollte man uns zumindest nicht übersehen.

Die drei unangenehmsten Augenblicke waren solche mit Hunden. Am Strassenrand schnüffelte ein grosser Schäferhund an einer weggeworfenen Flasche herum. Wir radelten an ihm vorbei und glaubten schon, für ihn nicht von Interesse zu sein. Plötzlich rannte er uns nach und versuchte, seitwärts nach uns zu schnappen. Wir strampelten so schnell wir konnten. Es waren bange Minuten, doch unsere Kondition war besser. Es ist nicht die eigentliche Schramme eines schnappenden Hundes. Nein, es ist die Ungewissheit, ob dieser eventuell die Tollwut hat.

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