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Vorbemerkung zum europäische Radrouten-Netz EuroVelo
Vor rund 25 Jahren entstand die Idee eines länderübergreifenden Fernradnetzes genannt EuroVelo. Im Endausbau werden die Radwege eine Strecke von mehr als 70‘000 km umfassen.
Auch wenn die Véloroute des Deux Mers ca. 750 km beträgt, gehört diese Strecke nicht zu EuroVelo.
Für unsere längeren Touren wählen wir möglichst immer Fernradwege. Die Streckenführung ist so angelegt, dass stark befahrene Strassen gemieden werden. Zudem führen diese Velowege an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Véloroute des Deux Mers
Der Canal du Midi wurde im 17. Jahrhundert und der Canal de la Garonne im 19. Jahrhundert gebaut. Entlang der Kanäle gibt es über lange Strecken Radwege. Diese werden von den Gemeinden unterhalten und sind deshalb unterschiedlich ausgebaut.
Die vielen Schleusen, Kanalbrücken und Kanaltunnels bieten immer wieder interessante Abwechslung.

Informationsbeschaffung und Hilfsmittel für unterwegs
Im Internet finden man eigentlich alles, was es zur Planung einer Tour braucht. Für unterwegs ist Kartenmaterial und ein Velobuch wertvoller, als die ausgedruckten Internetinformationen.

Als Kartenmaterial dient uns:
-  Carte Touristique Bordeaux-Toulouse à Vélo (Massstab nicht bekannt); Schematisierte Karte, auf der eingezeichnet ist, auf welcher Kanalseite der Veloweg führt (dies ist wichtig, da diese Wege nicht auf beiden Seiten durchgehend sind). Ferner Hinweise zu den Schleusen und Sehenswürdigkeiten.
-  Carte Touristique Toulouse-Sète à Vélo (Details siehe oben)
-  Bikeline-Fahrradbuch « Canal du Midi » mit Kartenausschnitten 1 :50'000
-  IGN-Strassenkarten 1:100‘000. Auf diesen Karten sollten die Velowege eingezeichnet sein. Diese sind jedoch nicht vermerkt, dafür die Fernwanderwege. Deshalb kann man genauso gut IGN-Karten von 1:250‘000 verwenden
-  Mit  dabei unser GPS.

Ausschilderung
Die Ausschilderung entlang der Kanäle ist sehr unterschiedlich. Von hervorragend bis mangelhaft, bzw. nicht vorhanden. So muss man gelegentlich den Weg suchen oder erfragen. Deshalb ist gutes Kartenmaterial wichtig,  will man abseits der Hauptverkehrsrouten unterwegs sein.

Streckenführung
Wir haben den Weg vom Atlantik her ans Mittelmeer gewählt, d.h. ostwärts. Entlang des Meeres und in den Städten staunen wir immer wieder über die gut ausgebauten Velowege. Oft wird eine Hälfte der Strasse baulich für die Velos abgetrennt und der Strassenverkehr einbahnig geführt. Es gibt auch Streckenabschnitte, da sind die alten Hauptstrassen zu Velowegen umgebaut worden.

1. Teil Bordeaux - Toulouse
Ab Bordeaux führt der Radweg gut ausgeschildert über 50 km auf einem alten ausgedienten Bahntrassee. Auf dem feinen Teerbelag lässt sich richtiggehend dahin rollen. Wald und grosse Bäume spenden Schatten. Informationstafeln entlang der Strecke und bei den alten Bahnhöfen geben Auskunft über Sehenswürdigkeiten und Dörfern, welche man durchfährt.
Danach führt die Originalroute viel entlang des Canal de la Garonne. Die Wege sind gut bis sehr gut. Die alten Bäume entlang des Kanals spenden Schatten.

2. Teil Toulouse – Sète
Wenige Abschnitte sind so gut ausgebaut wie am Canal de la Garonne. Die Strecke direkt entlang des Canal du Midi ist interessanter, auf gewissen Streckenabschnitten fast abenteuerlich. Mit bepackten Velos ist es teils sehr anstrengend. Spitze Steine, Wurzeln, Sand und zudem nur ein schmaler Pfad, der teils nahe dem Kanals entlang führt. Es gibt Stellen, da würde ein Fahrfehler zu einem ungewollten Bad im Kanal führen.
Bei Mirepeisset verlassen wir die Originalroute. Über Narbonne fahren wir direkt ans Mittelmeer nach Port-la-Nouvelle. Danach weiter dem Meer entlang. Ab Béziers befinden wir uns wieder auf der Originalroute bis nach Sète.
Bei Regen (wir haben dies nicht erfahren, sagen dies nur nach …) sind gewisse Pfade entlang des Kanals verschlammt und sehr glitschig bzw. gefährlich. Für Kinder eignet sich der Canal du Midi nach unserem Empfinden im Gegensatz zum Canal de la Garonne nicht.

Tagesetappenplanung
Es ist nicht immer einfach, die Länge einer Tagesetappe zu planen. Viele Faktoren beeinflussen das Vorwärts kommen, wie Gegenwind, Bodenbeschaffenheit ((Steine, Wurzeln, Schlaglöcher), Fahrt durch Städte (viele Ampeln) oder Steigungen.  So sind wir am Canal de la Garonne über 100 km gefahren und am späteren Nachmittag nicht müde angekommen. Es hat aber auch Etappen gegeben, bei denen wir das Gefühl hatten, 40 bis 50 km wären genug gewesen.
Als Faustregel rechnen wir mit allen Pausen und Kurzbesichtigungen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 10 und 12 km/h.

Übernachtungsmöglichkeiten
Zum ersten Mal haben wir das Zelt nicht mitgenommen. Grund: Werden einfach nicht jünger.
Unterkünfte zu finden bietet auf der gesamten Strecke kein Problem, wenn man auch mit B&B und Chambre d’Hôtes zufrieden ist. Bei diesen hat man manchmal Familienanschluss mit allen Vor- und Nachteilen. Die Übernachtungsmöglichkeiten befinden sich nicht immer direkt an der Veloroute bzw. am Kanal.
Auch bei dieser Etappe stellt sich die Frage, vorreservieren oder spontan vor Ort eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. An  speziellen Wochenenden und Feiertagen ist eine Vorreservierung sinnvoll.  In der Hochsaison sogar zwingend.
Wir haben oft via Internet gebucht und die Preise zwischen booking.com und hotel.com verglichen. Zwischen den beiden Anbietern können die Preise für das genau gleiche Zimmer mehr als 20% abweichen. Bei hotel.com bekommen wir zudem nach 10 Buchungen jeweils bei der 11. Buchung eine Gratisübernachtung. (Die Bonusnacht basiert auf dem Durchschnitt der 10 vorgängig gebuchten Übernachtungen).


Erstellt am 9. Juni 2015

 

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