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Bevor wir mit den Velos ab Edinburgh südwärts losfahren, wollen wir für einige Tage zusammen mit Doris und Xaver Schottland mit dem Auto erkunden. Xaver als unser Chefplaner hat eine Rundreise zusammengestellt und sich wie immer minuziös vorbereitet.

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Das mit dem Wetter lassen wir einfach auf uns zukommen. Die Prognosen verheissen Regen und nochmals Regen. Doch die Wettervorhersagen sind etwa so präzis, wie die Prognosen zu Börse und Wirtschaft.

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Mit einer Besichtigung des Schlosses beginnen wir unsere Erkundung durch die Hauptstadt von Schottland. Beim Besuch des schottischen Parlamentsgebäudes wird uns mehr als bewusst, dass wir nicht in England sind. Die Betonung ihrer gewissen Autonomie ist den Schotten wichtig, sehr wichtig.

Auf den Strassen Schottlands

Am Dienstag verlassen wir mit unserem Mietauto die Stadt Richtung Norden. Auf der Autobahn bis Perth herrscht starker Verkehr, doch dann wird es ruhig, sehr ruhig. Die Strässchen sind schmal und die Steinmauern oft sehr nahe am Strassenrand. Teils sind diese nur einspurig befahrbar mit kleinen Ausweichstellen zum Kreuzen. Doch dies funktioniert sehr gut.

Die Küstenstrasse ab Inverness wird als „North Coast 500“ bezeichnet (500 Meilen Küstenstrasse - haben jedoch nur einen Teil auf dieser zurückgelegt). Es ist die schottische Route 66. So ist es nicht verwunderlich, dass wir vielen „älteren Herren“ auf ihren schweren Motorrädern begegnen. Noch mehr Velofahrer sind unterwegs. Mit ihrem Gepäck, zum Teil auch mit aufgeschnalltem Zeltsack, kämpfen sie sich über die hügelige Küstenstrasse. Barbara stellt rasch klar, dass diese Strecke nichts mehr für uns alte Leute sei. Eigentlich schon noch, aber eben mit dem Auto. Ich beruhige meine liebe Frau, entlang der North Sea Cycle Route ist es viel flacher.

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Schottische Schlösser und Burgen mit ihren Mythen

Wir hatten nie die Absicht, all die Burgen und Schlösser zu besichtigen. Obschon jedes dieser alten Bauwerke seine eigene Geschichte hat. Sei es  von den Kriegen gegen die Engländer oder von blutigen Fehden unter den schottischen Clans selber. Entspannender ist es, durch die herrlichen Schlossgärten und die grossen Parkanlagen zu spazieren.

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Eilean Donan Castle, ein Schloss, welches immer wieder als eindrückliche Filmkulisse diente, so auch für einen James Bond Film.

Viele Schafe, aber nicht nur

Es hat viele, sehr viele Schafe. Auf den Weiden, am Strassenrand oder zwischendurch auch auf der Strasse. Doch es gibt hier in Schottland nicht nur Schafe zu sehen. Wunderschön in die raue Landschaft passen die Hochlandrinder.

Bei Fortrose können wir Delphine beobachten. Kurz danach unternehmen wir einen kurzen Abstieg an die felsige Küste bei Gairloch. Dort liegen die Kegelrobben auf den Felsen vor der Küste und scheinen sich von Wind und Regen nicht stören zu lassen.

Was wir jedoch nicht zu sehen oder zu spüren bekommen, das sind die Mücken. Diese sollen im Monat Mai in den Highlands eine richtige Plage sein. Doch bei diesen starken Winden, die uns jeden Tag um die Ohren blasen, da bleiben die Stechbiester irgendwo in ihren Verstecken. Uns ist es recht so.

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Es sind nicht immer Schafe, welche knapp vor unserem Auto die Strasse überqueren. Hier ist es eine Herde von Hirschen (Hirschkühen).

Besuch einer Whiskydistillery

Ein Besuch in einer der vielen Whiskybrennereien darf auf einer Schottlandrundreise natürlich nicht fehlen.

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Wir entscheiden uns für eine kleine Distillery, für die „Estd Royal Lochnagar“. Unweit des Schlosses der britischen Königsfamilie liegt diese Whiskybrennerei. Am Schluss des interessanten Rundganges gibt es noch die obligate Degustation. Wir als Fahrer müssen jedoch ablehnen. Das ist jedoch kein Problem. Der Whisky wird in einen kleinen Behälter abgefüllt und uns mitgegeben. Ist doch fast so wie ein Doggybag. Doch das Versuecherli reicht für uns nicht. Unserer Tradition folgend, jeden Abend aus rein medizinischen Gründen einen Whisky zu trinken, wollen wir auch hier in der Heimat des Single Malt pflegen.

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In der Royal Lochnagar Distillery soll es den teuersten Whisky von ganz Schottland geben, so hat man uns versichert. Doch es gibt auch solchen, der auch für uns Rentner erschwinglich ist und genau von dem kaufen wir zwei Flaschen.

The Falkirk Wheel

Kanäle mit ihren verschiedenen Arten von Schleusen interessieren uns immer ganz besonders. Barbara deshalb, weil es entlang dieser Wasserstrassen keine Steigungen hat. Mit Ausname bei den Schleusen natürlich. Eine besonders eindrückliche Art, die unterschiedlichen Höhen der Kanäle zu verbinden, ist der Kanallift bei Falkirk. Das Kanalsystem verbindet Edinburgh mit Glasgow, wird jedoch nur noch für touristische Zwecke benutzt.

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Dies ist der weltweit einzige Schiffslift dieser Art. Das Volumen des Wassers einer Liftwanne umfasst ca. 500'000 Liter. Die Last, welche mit dem riesigen Rad gedreht werden kann, entspricht etwa dem Gewicht von 100 Elefanten.

Der letzte gemeinsame Abend

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Der letzte gemeinsame Abend in einem der heimeligen Pubs. Nun werden sich die Wege trennen. Doris und Xaver fliegen nach Hause und werden auf ihren Camper umsteigen. Wir werden Morgen unsere Stahlrösser startklar machen, das Gepäck aufschnallen und auf der North Sea Cycle Route südwärts losfahren.

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